schon - Ausstellungen 2026

summe & teile

Mit Beiträgen von Wolfgang Breuer, Milena Büsch, Ergül Cengiz, Heinrich Dunst, Olivier Foulon, Sophie Gogl, Michael Hakimi, Nassim L’Ghoul, Christine Lemke, Albrecht Kastein, Maximilian Kirmse, Tonio Kröner, Severine Meier, Inka Meißner, Mariella Mosler, Christopher Müller, Leonie Nagel, Melanie Ohnemus, Henrik Olesen, Francesca Raimondi, Isabell Ratzinger, Jonas Roßmeißl, Martin Schmidl, Christian Schwarzwald, Dominik Sittig, Andrzej Steinbach, Daniela Stöppel, Susanne von Falkenhausen, Nadim Vardag und Nathalie Wilke

 Eröffnung: 24. Januar 2026, 19-22 Uhr
Ausstellung: 24. Januar bis 7. März 2026
In der Ausstellungslaufzeit immer Freitag von 16 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung (+491791097854) geöffnet 

schon
Schreinerstr. 16 / Nebeneingang links
10247 Berlin

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  • Beitrag Christine Lemke / Anna Oppermann, Ohne Titel, ca. 1965-1968, Mischtechnik auf Hartfaserplatte, 100 x 100 cm

Kein Wald ohne Bäume, heißt es. Aber auch, dass, wer auf den Wald scharf stellt, den einzelnen Baum aus dem Blick verliert, von Blatt, Ast, Rinde oder dem darunter siedelnden Käfer ganz zu schweigen. Was sich stellt, ist also die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Ganzen und dem Teil, wobei der Fokus auf dem Detail liegen soll. Eine Wechselbeziehung – pars pro toto (oder auch contra) – ist in einigen Beiträgen spürbar, wenn eine flächenmäßig kleine Stelle das gesamte Bild konterkariert oder schlüssig zusammenfasst. Der Shortcut wird zum Summary. Ein Detail zur verselbstständigten Einheit, das die Gesamtansicht schnell vergessen hat. Oder es wird zum Kontrapunkt, der wie ein Grippevirus den Bildorganismus zu spannungsgeladenen Abwehrreaktionen treibt. Kritiker von David Foster Wallace behaupten, in seinen Werken gäbe es keine Seite ohne brillante, herausragende einzelne Sätze, aber so gut wie keine einzige großartige Seite.

Als Ausstellung funktioniert summe & teile wie ein Schwenk über dreißig Paarungen, die zwischen Zoom und Totale pendeln gehen – jeweils ausgewählt von Autorinnen, Künstlern, Kuratorinnen, Sammlern und Galeristinnen.

Details können aus sogenannten Meisterwerken – etwa von Aremisia Gentileschi und Henri Matisse – stammen oder sonst üblicherweise im Schiffsbau funktionale Verwendung finden. Es mögen alte, sozusagen „ewige“ Lieblingsstellen sein, wie sie einem in einem Bild oder an einem Objekt dennoch immer wieder neu ins Auge stechen. Vielleicht auch, weil sie widerständig, opak und auf sich selbst bezogen bleiben: Details, die einem nicht aus dem Kopf gehen wollen. Die sich wie eine Art persönliches meme – oder ein Fetisch – nachhaltig in der Erinnerung/im Unbewussten festgesetzt haben, um sich unerwartet bemerkbar zu machen. Ein anderes Beispiel für das aktuelle Interesse an Bilddetails liefert ein finanzielles Beteiligungsmodell des Investors Thomas Kaplan. Hier werden quadratzentimeter-große Bildanteile von Rembrandt-Bildern als shares per Bitcoin angeboten. Also viele Möglichkeiten, wie man sich im Ganzen und im Detail auch schön verlieren kann. Das möchte diese Ausstellung zeigen und trotzdem den Blick auf das Wesentliche, sprich, auch auf das Übersehene richten.

 schon ist ein temporärer Projektraum organisiert von Hans-Jürgen Hafner & Gunter Reski, unterstützt von Christian Schwarzwald. 
Für 2026 sind sechs Ausstellungen geplant.